Die Klassen 6a und 6b unserer Realschule haben sich in diesem Schuljahr auf eine etwas andere Art und Weise mit den Ländern Europas auseinandergesetzt und sie im übertragenen Sinn in eine Dose gepackt.
Ausgangspunkt war eine für die Schülerinnen und Schüler kaum zu übertreffende Hausaufgabe: Chips essen und die leere Dose für ihr Referat nutzen. Das Urteil der Klassen: „Beste Hausaufgabe überhaupt!“ — und damit begann ein kleines Abenteuer durch Europa.
Die Aufgabe war dann zweigeteilt: Jede Dose sollte so gestaltet werden, dass das zugeteilte Land sofort erkennbar ist. Zusätzlich erstellten die Schülerinnen und Schüler einen Ländersteckbrief mit vielen Informationen: Lage in Europa, Größenvergleich mit Deutschland, Klima, Sehenswürdigkeiten, typisches Essen, Schule und Alltag sowie Besonderheiten der Region. Abschließend stellten sie ihr Land in kurzen Referaten der Klasse vor.
Das Ergebnis war beeindruckend: Mit viel Sorgfalt und Fantasie entstanden echte kleine Kunstwerke. Die Dosen zeigten liebevolle Miniaturwelten — von einer finnischen Sauna über norwegische Berglandschaften (inklusive in Wirklichkeit leuchtenden Nordlichtern) bis hin zu italienischen Spezialitäten. Manche Dosen enthielten Souvenirs oder selbstgebastelte Gegenstände, andere glänzten durch tolle Malerei oder aufgeklebte Bilder. Die Kreativität der Schülerinnen und Schüler hat überrascht und begeistert.
Auch die inhaltliche Arbeit war bemerkenswert: Die Steckbriefe brachten viele interessante Fakten zutage und zeigten, wie gründlich recherchiert wurde. Die Referate gaben Einblicke in die Vielfalt Europas und weckten sofort Fernweh. Die Beschreibungen der typischen Speisen ließen uns das Wasser im Munde zusammenlaufen, absolute Ausnahme bot hier jedoch der schottische Haggis. Bei einigen Präsentationen durften wir sogar selbst probieren: Knuspriges Shortbread aus Großbritannien, Grissini aus Italien oder belgische Waffeln sorgten für strahlende Gesichter und glückliche Pausen.
Das Projekt hat mehrere Ziele zugleich erfüllt: Es förderte fächerübergreifend Geographie-, Recherche- und Präsentationskompetenzen, regte kreative Gestaltung an und stärkte das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig bot es einen lebendigen, sinnlichen Zugang zur europäischen Kultur — durch Bilder, Geschmack und Erzählungen.
Barbara Müller im Namen der Klassen 6a und 6b