Seenotrettung - Was passiert in Libyen?

Zu einem besonderen Vortrag waren die Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Realschule Feucht am 6. Dezember im Rahmen des Religionsunterrichts eingeladen. Passend zum Fest des Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seeleute und der Schüler, erzählte ein Referent von seinem Einsatz für die zivile Seenotrettung „Sea-Eye“ .

Für Schülerinnen und Schüler steht das Mittelmeer eher für Urlaubserlebnisse und Entspannung. Dass es aber auch die tödlichste Grenze der Welt ist, war für viele neu.

Rund 70 Mio Menschen sind 2019 auf der Flucht (2007: 37,5 Mio.). Mehr als die Hälfte sind Kinder unter 18 Jahren. 75% stammen aus Kriegs- und Krisengebieten. 85% finden Zuflucht in Entwicklungsländern. (Quelle: UNHCR)

2017 starb jeder 42. Mensch auf der Flucht über das Mittelmeer, 2018 war es bereits jeder 14., und 2019 mehr als jeder 10. Mensch. (Quelle: IOM)

Warum also fliehen Menschen trotzdem über das Mittelmeer?

Mit eindrucksvollen Beispielen gelang es dem Referenten aufzuzeigen, dass Menschen in Libyen, einem Bürgerkriegsland, in Lagern Folter, Versklavung und grausamstem Missbrauch ausgesetzt sind.  Von Juni 2014 bis Juni 2018 rettete die Deutsche Marine innerhalb der EU-Mission SOPHIA 29 534 Menschen. Seit Februar 2019 sind die Schiffe aus der SAR Zone vor Libyen abgezogen.

„Und wer rettet jetzt vor dem Ertrinken?“, so die Frage der Schüler. Die unter deutscher Flagge fahrende AlanKurdi (benannt nach einem 3-jährigen Jungen, der im Mittelmeer auf der Flucht ertrank) von Sea-Eye, ist inzwischen die meiste Zeit das einzige Rettungsschiff in der SAR-Zone vor der libyschen Küste.

Viele Fragen mussten vom Referenten beantwortet werden wie z.B.: Was hat Sie dazu gebracht, sich in der Seenotrettung zu engagieren? Warum engagiert sich die Politik nicht? Was machen die Kirchen? Waren unter den Flüchtlingen Kinder und Jugendliche? Haben Sie Infos wie es Geretteten jetzt geht? Wie war das mit so vielen Menschen auf dem Schiff? Warum hat es so lange gedauert, in einem Hafen anzulegen? Was muss man tun, um bei der Seenotrettung mitzumachen? ...

 

Das Fazit der Schülerinnen und Schüler fiel folgendermaßen aus: